Der Einfluss des Standorts auf die Chiliernte

Dieser Beitrag ist Teil 4 von 4 der Serie Chili Adventures

 

Lange habe ich nichts von den Chilis hören lassen und bin dem Blog hier noch einen letzten Beitrag zu meinem feurig-scharfen Experiment schuldig.

Nun ist es mittlerweile schon zwei Jahre her, seid wir unsere Chilis ausgepflanzt haben und was soll ich sagen? Ich bin hin und weg von der Pflanze! Sie ist so dankbar und selbst unter schwierigeren Bedingungen zeigt sie was in ihr steckt. Wir hatten bis vor Kurzem immernoch eine von den Pflanzen bei uns auf dem Balkon stehen. Diese wurde nun zur kälteren Jahreszeit wieder in die Wohnung geholt. Eigentlich war ja meine Vermutung, dass die Chilisamen, die wir erhalten haben, einjährig sind. Zu unserer Freude ist die Chili aber anscheinend eine der mehrjährigen Sorten. Selbst im Winter fing die Pflanze an Blüten zu tragen und Früchte zu bilden und das ganz ohne die Hilfe von Bienen oder anderen Helfern die bei der Bestäubung Unterstützung leisten könnten.

Da wir mit so vielen kleinen Chili-Pflanzen etwas Platzprobleme bekommen hätten, habe ich viele der Jungpflanzen an Freunde und Familie weitergegeben. Bei den Eltern meines Mannes bekamen die kleinen sogar einen der raren Plätze in dem Gewächshaus im Garten, direkt neben den zwei Bienenstöcken. Eine weitere Pflanze erhielt ein guter Freund, der einen sehr sonnigen Balkon hat. Wir dagegen haben einen recht schattigen Balkon, der im besten Fall nur ein paar Stunden Sonne abwirft.

Von diesen drei unterschiedlichesten Bedingungen kann ich nun also hier berichten.

Bei allen drei Standorten wurden Früchte von den Pflanzen ausgebildet, aber trotzdem gibt es deutliche Unterschiede in der Anzahl und in der Art des Wachstumes der Pflanze selbst.

 

Der schattige Stadt-Balkon

Beginnen wir mit unserem Balkon, der ja eigentlich eher nicht so für Chilipflanzen geeigent ist. Hier sind insgesamt drei Chilis untergekommen. Auf der Suche nach mehr Licht und Wärme ist das Wachstum der Pflanzen eher in die Höhe gerichtet. Nach etwa 50cm Höhe haben sie dann oben kleine verzweigte Kronen ausgebildet, bei der viele Blätter und auch einige kleinere Früchte entstanden sind. Wir haben pro Pflanze über das Jahr verteilt cirka 5-15 Stück ernten können. Für uns „Nicht-Scharf-Esser“ mehr als genug. Am Ende der Saison haben wir die beiden schwächeren Pflanzen entsorgt und die größere behalten um mal zu schauen ob sie wiedererwartend doch mehrjährig ist. Jehiiii – sie hat auch im Sommer darauf wieder allerhand Früchte getragen und steht jetzt wieder sicher im Pflanzenüberwinterungszimmer. Mal sehen wie lange wir uns noch an ihr erfreuen können.

Der sonnige Stadt-Balkon

Nachdem ich unserem Freund ganz stolz berichtete, dass wir bereits erste Früchte auf unserem schattigen Balkon entdeckt haben, wollte er mir am nächsten Tag mal ein Foto seiner Pflanze mitbringen. Gesagt, getan und mir ist die Kinnlade runtergeklappt. Was doch so ein bisschen mehr Sonne alles ausmacht! Statt der Baumform die unsere Pflanzen haben ist diese hier eher buschig gewachsen und bildet nicht nur an der Krone sondern überall größere Chilifrüchte aus – zu diesem Zeitpunkt waren sie sogar teilweise schon rot geworden. Eine wunderschöne Pflanze hatte sich hier entwickelt die man nicht nur essen kann, sondern die auch richtig toll und dekorativ aussieht. Da hier gerne scharf gegessen wird, passt die Menge natürlich super.

 

Das Gewächshaus mit Bienenstock

Das Gewächshaus von meinen Schwiegereltern bietet natürlich absolute Idealbedingungen für so eine Chilipflanze. Da Schwiegerpapa stolzer Hobby-Bienenhalter und Imker ist, gibt es hier natürlich haufenweise Helferchen die das Bestäuben der Blüten übernehmen. Durch ein kleines Fenster im Gewächshaus direkt neben den Bienenstöcken haben die fleißigen Bienen eine reife Leistung erbracht. Wir bepinseln unsere Blümchen manchmal, wenn wir tagelang keine Biene oder Hummel vorbei fliegen sehen – Stadtbalkon halt.

Am Ende war hier die Ernte am größten und die Pflanze war noch ein bisschen buschiger. Aber vergleichsweise ähnlich zu der Sonnenbalkon-Chili. Leider hatte ich damals keine Bilder kurz vor der Ernte gemacht. Die folgenden sind ein paar Wochen nachdem wir sie abgegeben haben.

Fazit

Wer also einen sonnigen Balkon hat, der sollte sich auf jeden Fall mal an so eine kleine Chilipflanze wagen. Ein Gewächshaus ist nicht unbedingt nötig. Aber auch mit einem schattigen Balkon kann man sich daran probieren und vielleicht wird man, so wie wir, trotzdem von einer hübschen Pflanze mit etwas weniger Früchten überrascht.


Noch schärfere Chilis aus der gleichen Pflanze?
So soll es gehen.

Die selbst gezogenen Chilis sind noch nicht scharf genug? In meinen Recherchen zur Chili-Pflege habe ich immer wieder gelesen, dass die Schoten mehr Schärfe bilden wenn man sie unter Stress setzt. Wie macht man das bei einer Pflanze? Ganz einfach: man reduziert das zugeführte Wasser in dem man sie weniger gießt. Einige raten sogar dazu, die Pflanze immer kurz vor dem Vertrocknen zu halten. Da hierbei allerdings die Ernte kleiner ausfällt und angeblich das Aroma darunter leiden soll, würde ich empfehlen die Pflanze lediglich vor dem Absammeln etwas antrocknen zu lassen, sodass sie die Blätter ein wenig hängen lässt. Nach der Ernte dann einfach wieder ganz normal weiter gießen, sodass sie sich wieder erholen kann.

Sollte das immer noch nicht helfen, sollte man auf eine andere Sorte mit einem höherem Scovillewert umsteigen.


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